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Testtext für die Startseite Dezember 6, 2007

Posted by scheuermann in test1.
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Die Welt, 06.12.2007Die CD dankt jetzt auch in der Klassik ab, berichtet Kai Luehrs-Kaiser, die Neuaufnahme von Mahlers Neunter mit den Berliner Philharmonikern unter Simon Rattle zum Beispiel wird Monate vor der CD auf iTunes veröffentlicht. Vor allem aber wird Archivware recycelt: “Unter den 2.400 CD-Programmen, die die Deutsche Grammophon jetzt ins Netz stellt, sind folgerichtig ein Viertel, nämlich rund 600, Produkte, die seit langem vergriffen waren. All das zeigt: Herabladen der Klassik dient weniger der Distribution des Neuen als vielmehr der Archivierung und Konservierung des Alten. Die CD verdirbt oder dankt ab. Das Internet übernimmt die erinnerungsmechanische Sicherung unseres geistigen Erbes.”

Weitere Artikel: Hannes Stein berichtet, dass der Milliardär Ross Perot eines der vier Exemplare der Magna Charta, die sich zur Zeit im Nationalarchiv von Washington als Dauerleihgabe befindet, für eine seiner wohltätigen Stiftungen versteigern lassen will. Wieland Freund kommentiert die Stern-Recherche, nach der Wikipedia in allen Disziplinen besser abschneidet als der 15-bändige Brockhaus. Ulrich Weinzierl porträtiert den Porzellansammler Richard Baron Cohen, der sich jetzt von Royal Copenhagen ein 330-teiliges Service mit Nilpferdmotiven anfertigen lässt. Und Ulrike Simon berichtet – ohne neue Gerüchte – über die hochtragische Chefredakteurssuche beim Spiegel.

Besprochen werden die durch die Städte tourende Raucherode “I am a Mistake” von Jan Fabre und Wolfgang Rihm, eine Ausstellung über die Kulturgeschichte des Schlittens im Thüringer Landtag, einige neue Tanzstücke in NRW, der Film “Für den unbekannten Hund” der Gebrüder Reding und Sarah Polleys Alzheimer-Drama “An ihrer Seite”.

Für das Forum besucht Marco Martin das exilbirmesische Magazin The Irrawaddy, das von Nordthailand aus das Regime in Rangun in Verlegenheit bringt. Und auf der Magazinseite schreibt Helga Hirsch über das nachwirkende Trauma bei als Kindern vertriebenen Deutschen.

Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2007Gabriela M. Keller beschreibt die große Bedeutung des Theaters im krisengeplagten Libanon, das sich der tabuisierten Themen annimmt – wie das Theater Tournesol im schiitischen Viertel Dahyia in Beirut: “Das Misstrauen, die Angst, der Hass wachsen wieder, längst trainieren die Milizen der Parteien verstärkt und rüsten ihre Waffenarsenale auf. Das Land droht einmal mehr entlang seiner konfessionellen Linien zu zerbrechen. Gleichzeitig ist die Kultur wohl nirgends im Nahen Osten so lebendig, so innovativ, so wagemutig wie hier. ‘So sind die Libanesen’, meint Rafik Ali Ahmad. ‘Sie kommen auch in den schlimmsten Krisenzeiten ins Theater und riskieren ihr Leben, um die neueste Inszenierung zu sehen.’ Während des Krieges probte er in Bunkern, in zerschossenen Theatern, und wenn er keine bespielbare Bühne fand, trat er in Fabriken auf, vor Moscheen oder Kirchen.”

Weiteres: Zum Jahr des Kurators erklärt Samuel Herzog das Jahr 2007 ob des Aufstiegs dieser “anonymen Truppe von Beamten” zu “Göttern des Betriebs” – um dann dem letzten Kunstsommer wenig und der von Stephanie Moisdon und Hans-Ulrich Obrist kuratieren Biennale von Lyon viel Lob zu widmen.

Besprochen werden ein Konzert des Geigers Nikolaj Znaider in der Tonhalle Zürich und Bücher, darunter Marguerite Duras‘ frühe Aufzeichnungen “Hefte aus Kriegszeiten” und Wolfgang Behringers “Kulturgeschichte des Klimas” (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Auf der Filmseite freut sich Bettina Spoerri über “The Band’s Visit” des israelischen Regisseurs Eran Kolirin, in dem ein ägyptisches Polizeiorchester sich in Israel verirrt und so ungewöhnliche Begegnungen macht. In Chris Weitz‘ Adaption von Philip Pullmans “The Golden Compass” mit Daniel Craig und Nicole Kidman vermisst Michel Bodmer die bissige Bibelsatire der Vorlage.

Frankfurter Rundschau, 06.12.2007Der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth gibt im Gespräch mit Sylvia Staude und Arno Widmann zu, dass es unvermeidlich ist, geförderte Theater auch mal fallen zu lassen, wenn andere, neue Spielemacher etwas besseres machen. Dafür bräuchte man erstens mehr Personal im Kulturdezernat und dann müsste “ganz grundsätzlich diskutiert werden: Was heißt im Theater Erneuerung, und wie lässt sich das kulturpolitisch beurteilen? Darauf habe ich bisher keine Antwort. Es geht nicht um Sparlust, sondern darum, verstärkt in die Öffentlichkeit hinein zu tragen, warum etwas wichtig ist.”

Andere Themen: Arno Widmann stellt das neue Buch des in Nanterre lehrenden tunesischen Literaturwissenschaftlers Abdelwahab Meddeb vor: “Zwischen Europa und Islam”. Beim Internetportal deljehier.levillage.org kann man sich verschiedene Versionen der Internationale herunterladen – Grund genug für Hans-Jürgen Linke, die heutige Kolumne Times Mager diesem Oldie zu widmen. Eine Meldung informiert uns, dass der Streit um Maxim Billers Roman “Esra” nach dem entgültigen Verbot des Buchs im Oktober nun von den Klägerinnen zivilrrechtlich fortgesetzt wird: sie klagen auf 50.000 Euro Schmerzensgeld.

Besprochen werden eine Anish-Kapoor-Schau im Münchner Haus der Kunst, Sarah Polleys Regiedebüt “Away from her – An ihrer Seite” (die Michael Kohler auf “eindringliche Weise bestätigt” hat, dass ein “Schauspieler hinter der Kamera meist für vorzügliche darstellerische Leistungen bürgt”) und Marina Speths Film “Madonnen” (den Heike Kühn “tief traurig, aber auch schmerzlich realistisch” findet).

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